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Leichte Sprache

Auf orangenem Hintergrund ist ein Fuchs zu sehen, in seinem Kopf sind drei verschiedene Puzzleteile zu sehen, die zusammengehören. Im Text steht: Autist und schlau wie ein Fuchs. Barrieren abbauen, Talente fördern. Für gleiche Chancen im Leben. © SMS/Heimrich&Hannot

Die Rede der Staats-Ministerin

Portraitfoto von Staats-Ministerin Klepsch © Jürgen Lösel

Die Staats-Ministerin Frau Barbara Klepsch
hat eine neue Aktion vorgestellt.
Die Ministerin gehört zur Regierung von Sachsen.
Die Ministerin hat über die Aktion eine Rede gehalten.
In der Rede hat sie erklärt:

Die Aktion heißt: Behindern verhindern. © SMS/Heimrich&Hannot

In Sachsen gibt es eine neue große Aktion.
Wir sagen dazu Kampagne.
Die Aktion heißt: Behindern verhindern.
Die Aktion kommt aus dem Sozial-Ministerium.

Das Thema der Aktion
ist die Teil-Habe von Menschen mit Behinderungen.
Teil-Habe bedeutet:
Dabei sein und mitmachen können.
Viele Menschen sollen auf das Thema
aufmerksam gemacht werden.

Ein Mann läuft mit einem Blindenstock und einer Blindenbrille. Durch Rillen und Huckel auf dem Weg findet er den richtigen Weg.

In der UN-Behindertenrechts-Konvention steht in Artikel 5:
Alle Menschen müssen gleich behandelt werden.
Dafür müssen Barrieren abgebaut werden.
Ein anderes Wort für Barrieren ist Hindernisse.
Wenn die Hindernisse abgebaut sind,
dann können Menschen mit Behinderungen
überall mit machen.

Oft sind Informationen
aus dem Sozial-Ministerium brav gemacht.
Aber jetzt wollen wir frech sein.
Wir glauben:

  • dann schauen mehr Menschen hin
  • zusammen können wir so mutig sein.
     
Eine Frau hebt ihren Zeigefinger. Das Zeichen für Achtung.

Wir wollen alle Menschen auf das Thema aufmerksam machen.
Die Menschen sollen über das Thema Behinderung
nachdenken und sprechen.
Es gibt Menschen die mit Behinderung nichts zu tun haben.
Sie haben keine Behinderung.
Oder sie kennen keinen Menschen mit Behinderung.
Oder sie denken nur an die Nachteile von Behinderungen.
Sie kennen die Stärken der Menschen mit Behinderungen nicht.

Drei Menschen steht einem Rollstuhl-Fahrer gegenüber. Die Frau streckt die Hand aus. Zur Abwehr.

Vielleicht glauben sie:
Menschen mit Behinderungen sind nur schwach.
Oder sie wissen nicht,
was Menschen mit Behinderungen können.
Vielleicht haben sie auch Vorurteile.
Oder sie haben Angst vor dem Zusammen-Treffen
mit Menschen mit Behinderungen.
Sie wissen dann nicht, wie sie reagieren sollen.

Mann und Frau legen einen Arm umeinander. Mit dem anderen Arm machen sie die Geste für »stark«.

Die Menschen sollen anders denken.
Sie sollen nicht nur die Schwächen sehen.
Die Menschen sollen die Stärken sehen.
Sie sollen begreifen:

  • Alle Menschen haben Stärken und Schwächen.
  • Auch Menschen mit Behinderungen haben Stärken.
  • Jeder Mensch ist besonders.
4 Menschen unterhalten sich freundlich miteinander. Einer sitzt im Rollstuhl.

Wir glauben:
Gemeinsam schaffen wir es anders zu denken.
Dann schaffen wir es auch anders zu handeln.
Wenn wir ohne Vorurteile denken und handeln,
dann bauen wir Hindernisse ab.

Bedeutung der Kampagnenmotive

Auf hellrotem Hintergrund ist ein Hase zu sehen. In ihm findet sich ein Piktogramm für einen Rollstuhlfahrer. Im Text steht: Im Rollstuhl wissen, wie der Hase läuft. Barrieren abbauen, Talente fördern. Für gleiche Chancen im Leben. © SMS/Heimrich&Hannot

»Wissen, wie der Hase läuft«
Das ist eine Rede-Wendung.

Der Hase läuft weg.
Dann läuft er nicht gerade aus.
Der Hase läuft kreuz und quer.
Man sagt: Der Hase schlägt Haken.
Wer das weiß, kann die Richtung erkennen.

Ich kenne mich gut aus.
Ich weiß, wie die Sache funktioniert.
Ich lasse mich nicht beirren.

Ich weiß, wie der Hase läuft.
Egal wo ich sitze oder stehe.

Auf einem gelben Hintergrund sind viele Flöhe, Schallwellen und gebärdende Hände (als Piktogramm) zu sehen. Im Text steht: Taub und die Flöhe Husten hören. Barrieren abbauen, Talente fördern. Für gleiche Chancen im Leben. © SMS/Heimrich&Hannot

»Die Flöhe husten hören«
Das ist eine Rede-Wendung.

Die Rede-Wendung hat zwei Bedeutungen.
1. Man kann sehr gut hören.
2. Man ist sehr spitz-findig.

Hier geht es um 2.
Ich kann die Flöhe husten hören.
Das bedeutet:
Ich bin immer sehr gut informiert.
Ich weiß über alle Neuigkeiten Bescheid.
Ich denke über Sachen nach,
wenn andere noch keine Information haben.

Die Flöhe husten hören
geht auch ohne Gehör.
Das geht auch,
wenn ich taub bin.

Auf hellblauem Hintergrund ist ein Maulwurf zu sehen. In ihm ist ein Piktogramm eines Mannes mit Blindenstock. Im Text steht: Blind wie ein Maulwurf seinen Weg machen. Barrieren abbauen, Talente fördern. Für gleiche Chancen im Leben. © SMS/Heimrich&Hannot

»Blind wie ein Maulwurf«
Das ist eine Redewendung.

Der Maulwurf hat ganz kleine Augen.
Die Augen sind so klein wie das Ende einer Steck-Nadel.
Und die Augen sind unter seinem Fell versteckt.
Deshalb kann der Maulwurf nur schlecht sehen.
Aber der Maulwurf ist trotzdem sehr empfindlich.
Er merkt ganz viel.
Der Maulwurf kann sehr gut tasten und riechen.
Und er kann die kleinsten Bewegungen spüren.
Auch seine Ohren sind sehr gut.
Er hört das kleinste Geräusch ganz laut.
Er kann deshalb gut mit den schlechten Augen leben.

Die Rede-Wendung bedeutet hier:
Auch wenn ich blind bin,
kann ich alles merken.
Ich kann gut tasten.
Ich kann gut riechen.
Ich kann besonders gut hören.

Auch mit schlechten Augen
kann ich mein Leben
mit meinen Aufgaben gut schaffen.

Auf blauem Hintergrund ist ein Hecht zu sehen, der Blasen blubbert und in ihm sind drei Chromosomen abgebildet. Im Text steht: Mit Gendefekt ein toller Hecht. Barrieren abbauen, Talente fördern. Für gleiche Chancen im Leben. © SMS/Heimrich&Hannot

»Ein toller Hecht«
Das ist eine Redewendung.

Die Rede-Wendung bedeutet:
Ich bin ein erfolgreicher Mensch.
Mir fällt immer was ein.
Ich weiß, was ich will.
Ich bin fröhlich.
Dafür bewundern mich andere Menschen.
Dann sagt man: Du bist ein toller Hecht.

Ich bin ein toller Hecht
auch mit meiner Behinderung.
Viele Menschen bewundern mich.

Auf hellgrünem Hintergrund ist ein Stier zu sehen, in ihm findet sich ein Piktogramm für Menschen, denen Gliedmaßen fehlen. Im Text steht: Ohne Hände den Stier bei den Hörnern packen. Barrieren abbauen, Talente fördern. Für gleiche Chancen im Leben. © SMS/Heimrich&Hannot

»Den Stier bei den Hörnern packen«
Das ist eine Rede-Wendung.

Der Stier ist ein kräftiges Tier.
Seine Hörner sind seine gefährlichste Waffe.

Die Rede-Wendung bedeutet:
Keine Angst vor einer schweren Aufgabe haben.

Die Situation ist gefährlich.
Ich packe den Stier bei den Hörnern.
Ich fange an und mache.
Ich bleibe da.
Ich fliehe nicht.

Für die Aufgabe brauche ich keine Hände.
Dafür brauche ich Mut.

Der Aktions-Plan

Viele unterschiedliche Menschen sind in einer Karte dargestellt. Die Karte hat die Umrisse von Deutschland.

Was ist der Aktions-Plan?

Alle Menschen müssen gleich behandelt werden.
Aber es gibt viele verschiedene Menschen.
Es gibt Menschen mit Behinderungen
und es gibt Menschen ohne Behinderungen.

Ein Mann im Rollstuhl nimmt eine Packung aus dem Regal.

Damit diese Menschen gleiche Rechte haben,
müssen Barrieren abgebaut werden.
Ein anderes Wort für Barrieren ist Hindernisse.
Wenn die Hindernisse abgebaut sind,
können Menschen mit Behinderungen überall mit machen.

Ein Blatt Papier, auf dem das Wort Vertrag steht. Außerdem sind zwei Unterschriften zu sehen.

Das ist auch eine Forderung aus der UN-Behindertenrechts-Konvention.
Die UN-Behindertenrechts-Konvention ist ein Vertrag.
Viele Länder haben den Vertrag unterschrieben.
In dem Vertrag geht es darum:
Menschen mit Behinderung
sollen die gleichen Rechte haben,
wie Menschen ohne Behinderung.

Ein Computer mit Tastatur und Maus.
www.ich-kenne-meine-rechte.de 

Zur UN-Behindertenrechts-Konvention
gibt es eine Internet-Seite in Leichter Sprache.
Die Internet-Seite heißt:
www.ich-kenne-meine-rechte.de.
Da können Sie viele Informationen
zur UN-Behindertenrechts-Konvention nachlesen.
Deutschland hat den Vertrag auch unterschrieben.
Deshalb gilt die UN-Behindertenrechts-Konvention
auch für Sachsen.

Ein Blatt Papier, auf dem steht, was man machen muss. Bei einigen stehen Häckchen hinter der Aufgabe.

Die Regierung von Sachsen macht
einen eigenen Aktions-Plan.

Ein Aktions-Plan ist ein Arbeits-Plan.
In dem Arbeits-Plan steht:

  • Was wollen wir machen?
  • Bis wann wollen wir das machen?
  • Wer macht was?

In dem Aktions-Plan geht es
um die UN-Behindertenrechts-Konvention.
Viele Menschen arbeiten dafür in Arbeits-Gruppen mit.
Zum Beispiel Menschen:

  • die bei der Sächsischen Regierung arbeiten.
  • die in der Behinderten-Hilfe arbeiten
  • die sich bei einem Thema gut auskennen,
  • weil sie selber eine Behinderung haben.

Es waren auch dabei:

  • die Landesarbeits-Gemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e. V.
  • der Sozial-Verband VdK Sachsen e. V.
  • der Landes-Verband der Lebenshilfe Sachsen e.V.
  • die kommunalen Spitzen-Verbände
  • die Liga der freien Wohlfahrts-Pflege.
     
Ein Mann steht am Pult und spricht. Eine Frau und ein Mann sitzen hinter ihm.

Wie ist der Aktions-Plan entstanden?

In Sachsen bilden 2 Parteien die Regierung: CDU und SPD
Denn bei der letzten Wahl
hatte keine Partei genug Stimmen bekommen.
Keine Partei konnte Sachsen alleine regieren.
Dann können sich Parteien zusammen tun.
Das heißt:
Die Parteien machen eine Koalition.
In einem Koalitions-Vertrag
schreiben sie alles auf.
In dem Vertrag steht,
was die Regierung machen will.

Eine Liste, auf der Notizen vermerkt sind. Hinter einigen Anstrichen stehen Häckchen.

Eine Aufgabe ist:
Die Umsetzung der UN-Behindertenrechts-Konvention.
Es muss ein Aktions-Plan
in Sachsen gemacht werden.
Der Aktions-Plan ist ein Arbeits-Plan.
In dem Arbeits-Plan soll stehen:

  • Was wollen wir machen?
  • Bis wann wollen wir das machen?
  • Wer macht was?
Mitarbeiter sitzen an einem Tisch und beraten sich. Der Tisch ist in Form eines »U« gestellt.
IMAG 

Dafür hat sich im letzten Jahr
aus den vielen Ministerien in Sachsen
eine Arbeits-Gruppe gebildet.
Die Arbeits-Gruppe heißt IMAG.
Das bedeutet Inter-Ministerielle-Arbeits-Gruppe.
Die Leitung für die Aufgabe übernimmt das Sozial-Ministerium.
Auch der Behinderten-Beauftragte von Sachsen ist in der Arbeits-Gruppe.
Der Plan muss bis Ende 2016 fertig sein.

Was steht in dem Aktions-Plan?

Die Vorschläge im Aktions-Plan
sind in 5 große Themen geteilt.
Bei den 5 Themen geht es zum Beispiel darum:

Der Lehrer steht vor der Klasse. Ein Kind sitzt im Rollstuhl-

Bildung

  • Wie können Menschen mit Behinderung besser lernen?
  • In der Kita, in der Schule und danach?
     
Ein Koch steht in der Küche mit zwei Mitarbeitern. Er erklärt die Zubereitung.

Arbeit und Mobilität

  • Wie können Menschen mit Behinderung eine gute Arbeit finden?
  • Wie können Menschen mit Behinderung
    Busse und Bahnen gut benutzen?
Ein Arzt untersucht eine Frau. Ein Mann sitzt daneben

Gesundheit und Rehabilitation, Familie

  • Was können wir für die Gesundheit
    von Menschen mit Behinderung tun?
  • Wie können wir Eltern mit Behinderung helfen?
     
Ein Haus für mehrere Familien mit drei Eingängen.

Wohnen, inklusiver Sozialraum

  • Wie können Menschen mit Behinderung eine gute Wohnung finden?
  • Wie können Hindernisse im Stadtteil abgebaut werden?
Sechs Menschen sitzen an einem Tisch. Sie bestimmen zusammen, was getan wird.

Gesellschaftliche Partizipation

  • Wie können Menschen mit Behinderung
    möglichst viele Infos bekommen?
  • Wie können sie selbst entscheiden?
  • Wie können Menschen mit Behinderung überall
    mitmachen, zum Beispiel beim Sport?
Eine Frau läuft mit einem Hund für Blinde.

Für jedes Thema gibt es eine eigene Arbeits-Gruppe.
Die Arbeits-Gruppen sagen:
es gibt Themen, die alle haben.
Zum Beispiel:

Sensibilisierung

Das bedeutet:
Wie wir allen Menschen erklären,
was wir für Menschen mit Behinderungen wollen.

Frauen mit Behinderungen

Mehrfachbehinderte Menschen

Menschen mit mehr als 1 Behinderung
 

Menschen aus verschiedenen Länder stehen nebeneinander.

Menschen mit Behinderungen mit Migrations-Hintergrund

Menschen mit Behinderungen aus anderen Ländern

Barrierefreiheit

ein Leben ohne Hindernisse
 

Geldscheine und Münzen

Finanzielle Aspekte

alles was mit Geld zu tun hat

In dem Arbeits-Plan
werden die Themen erklärt.
Dann steht im Arbeits-Plan:

  • Was wollen wir machen?
  • Bis wann wollen wir das machen?
  • Wer macht was?

Sie sagen Ihre Meinung

Ein Daumen, der nach oben zeigt. Das Zeichen für »gut«.

Gefällt Ihnen unsere Aktion?

Zwei Menschen sitzen an einem Tisch. Sie überlegen, was man tun kann. Über ihnen sind man drei Gedankenwolken.

Haben Sie Ideen,
wie wir es besser machen können?
Kennen Sie gute Beispiele?

Eine Frau mit einer Sprechblase. In der Sprechblase ist ein Fragezeichen.

Möchten Sie mehr wissen?
Haben Sie Fragen?

Sechs Menschen sitzen an einem Tisch. Sie beraten, was man tun kann.

Das Thema geht jeden etwas an.
Jeder Mensch hat die Möglichkeit,
seine Meinung zu sagen.
Und jeder Mensch
kann seine Interessen selbst vertreten.
Das nennt man:
Interessen-Vertretung
oder Selbst-Vertretung.
Wer seine Interessen selbst vertritt,
kann mitbestimmen.
Und bei wichtigen Entscheidungen mitmachen.
Wer mitbestimmt,
übernimmt Verantwortung.
Für sich selbst und für andere.
Das ist gut und wichtig.

Ein Computer mit Tastatur und Maus. Auf dem Bildschirm ist ein Briefumschlag. Er ist das Zeichen für E-Mail.

Hier können Sie Ihre Meinung aufschreiben.
Hier können Sie uns Fragen stellen.
Klicken Sie auf den Link: http://behindern.verhindern.sachsen.de/kommunikation.html

Wer hat was gemacht?

Den Text geschrieben haben für uns die Kollegen vom Büro für Leichte Sprachet: www.leichte-sprache-sachsen.de

Texte in Leichter Sprache haben Bilder. Damit versteht man den Inhalt besser. Die Bilder stammen aus einem Buch der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

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